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  Dies & Das  (Rechtliches) ... ...


Freiwillige Zulassung? Kleinkraftrad? WTF?


Jedes Moped, welches mit bis zu 50ccm Hubraum unterwegs ist und maximal 45 km/h fährt, ist in Deutschland rechtlich als Kleinkraftrad eingestuft. Diese Fahrzeuge sind zulassungsfrei und mit einem Versicherungskennzeichen zu versehen. Das sind die hässlichen Schildchen, welche die Versicherungen zu teils abenteuerlichen Preisen und einer willkürlichen Kombination jedes Jahr aufs Neue ausgeben. Die Laufzeit ist immer bis zum letzten Tag im Februar beschränkt.


Jedes andere Fahrzeug (Motorrad, PKW, Anhänger, Bus…) ist amtlich zugelassen und hat mindestens ein amtliches Kennzeichen mit Zulassungsplakette und HU-Plakette (außer der letzte Polizist hat es stillgelegt). Mit der freiwilligen Zulassung kommt ihr in den Genuss folgender Vorteile:

-   Saisonkennzeichen möglich,

-   Wunschkombination möglich

-   H-Kennzeichen möglich (aus finanzieller Sicht hier jedoch absolut sinnlos)

-   Kein Wechsel der Kennzeichen im Februar / März notwendig

-   Sammeln von Schadensfreiheitspunkten für spätere Anmeldung von Motorrad oder PKW (vorher mit Versicherung klären)

-   Wirkung auf bestimmte Verkehrsteilnehmer verändert sich (bei einigen Autofahrern steigt ja schon der Puls wenn ein Mopedkennzeichen gesichtet wird)

-   Mit dem Fahrzeugschein muss nur noch 1 Dokument mitgeführt werden (sonst Betriebserlaubnis und Versicherungsnachweis für das Kennzeichen)

-   Vollkaskoversicherung möglich (gibt es beim Versicherungskennzeichen nicht)

Nun stellt sich die Frage, ob man dann mit Motorrädern gleichgestellt ist. Dies wird hier definitiv mit NEIN beantwortet! Das Fahrzeug bleibt trotz freiwilliger Zulassung ein Kleinkraftrad, welches keine KFZ-Steuer kostet und keine HU- und AU benötigt! Daher ist auf dem Kennzeichen auch keine Plakette für die HU angebracht, sondern nur das Siegel für die Zulassung (Landeswappen).

Die rechtlichen Grundlagen:

Nach § 3 Abs. 3 FZV können von der Zulassungspflicht ausgenommene Fahrzeuge auf Antrag freiwillig zugelassen werden. Entsprechend § 29 StVZO ist die turnusmäßige Hauptuntersuchung nicht durchzuführen, da es sich weiterhin um ein Kleinkraftrad handelt. Schon allein mit diesen zwei Paragraphen seid ihr schon bestens für eine Zulassung gerüstet.

Wichtig: Allein mit der Betriebserlaubnis und den zwei Paragraphen könnt ihr nicht direkt zur Zulassungsstelle losrennen! Als erstes benötigt ihr für das Fahrzeug die HSN/TSN (Schlüsselnummern). Diese sind entweder bereits im Gutachten eines Sachverständigen vermerkt oder müssen über ein Gutachten ermittelt werden. Dieses Gutachten ist zur Erlangung der Betriebserlaubnis bestimmt und ist nach § 21 StVZO und § 4 Abs. 5 FZV geregelt. Diese Variante ist günstiger als das Gutachten (ca. 25,00 EUR). Fahrer neuerer Mopeds sollten die Papiere prüfen und ggfs. mit der persönlichen Zulassungsstelle reden, ob die Angaben auf der bisherigen Betriebserlaubnis ausreichend sind oder ob ein Gutachten durch einen Sachverständigen durchgeführt werden muss. Teilweise handeln die Zulassungsstellen auch unterschiedlich, daher ist eine Klärung vorab sinnvoll, ob ein entsprechendes Feststellungsgutachten notwendig ist. Final zur Zulassung benötigt ihr noch eine elektronische Versicherungsbestätigung.

Aus Erfahrung weiß ich sehr gut, dass kaum eine Versicherung eine eVB für Kleinkrafträder ausgibt, da es dafür ja die Mopedkennzeichen gibt. Alle meine Verträge habe ich bei der HUK-COBURG abgeschlossen - diese Versicherung hat einen solchen Tarif zur Verfügung und bietet faire Preise.

Nun steht der Zulassung nichts mehr im Wege – mein Tipp:

Schriftlich einen Antrag auf freiwillige Zulassung mit genannten Paragraphen formulieren und bei Bedarf vorlegen, nicht abwimmeln lassen. Viele Zulassungsbehörden tun erst einmal so, als gäbe es die freiwillige Zulassung nicht, daher den schriftlichen Antrag prüfen lassen.

Die Kosten – zugegebenermaßen – rechnen sich eher nur langfristig. Die günstigsten Versicherungskennzeichen kosten im Jahr ca 50,00 EUR, dafür aber konstant auch in Zukunft. Die Zulassung kostet zwar erst einmal Verwaltungskosten - das Kennzeichen muss geprägt und eventuell muss noch ein Gutachten erstellt werden - aber aus den oben genannten Vorteilen ergibt sich (langfristig!) ein Spareffekt. Bei mir hat sich das zum 3. Jahr der Zulassung amortisiert. Wer eine Saisonzulassung will oder eine Vollkaskoversicherung benötigt, ist hier definitiv gut beraten. 

Genauso kann der erfahrene Schadensfreiheitsbonus auf andere Fahrzeuge später übertragen werden – und das kann richtig viel Geld ausmachen!

PS: Dieses Verfahren sollte im Bezug auf die Gesetze auch für Mofas und Mobilitätshilfen  funktionieren. jedoch habe ich dazu keine praktischen Erfahrungen.

Viel Erfolg - euer "APE-PATE" Manuel!